Editorial

Die Welt in Aufruhr

Wer eine Liste der aktuellen Konflikte zusammenstellt, sieht sich vor allem mit Fällen von grosser humanitärer Tragweite konfrontiert: Syrien und Irak, Süd-Sudan, Afghanistan, Jemen und das Tschadsee-
Becken. Das auseinanderfallende Libyen ist dabei wie auch der einflussreiche und funktionierende Staat Türkei. Etliche Konflikte könnten sich sehr schnell extrem verschlimmern, wenn nicht bald intelligent eingegriffen wird, wie etwa in Burundi. Dazu kommen die schwelenden Spannungen im Südchinesischen Meer, die leicht eskalieren können. Einzige Hoffnung: Kolumbien, wo es beachtliche Fortschritte in der Beilegung eines 51 Jahre alten Konflikts gibt.

 

Jeder zweite der hier genannten Konflikte wird durch extremistische Gruppen angeheizt, deren Ziele und Ideologien wenig Raum für Verhandlungen lassen, wodurch eine Lösung massiv erschwert wird. Blicken wir auf das Jahr 2016, so sollte man sich von der Vorstellung verabschieden, mit dem Kampf gegen gewalttätigen Extremismus hätte man bereits eine Strategie, die Welt zu ordnen – oder auch nur einen Fahrplan zur Lösung bestimmter Konflikte, wie im Falle Syriens. Gewiss sollten die abscheulichen Verbrechen des Islamischen Staates und anderer Dschihadisten beenden werden, aber gleichzeitig offenbart sich dabei auch ein politisches Dilemma. Die Angst davor, was nach dem Sturz eines unterdrückerischen Regimes folgen könnte (siehe Irak und Libyen), verleitet dazu, solche Regime zu unterstützen. Doch Ordnung, die auf Zwang basiert, ist nicht von Dauer. Dass die Dschihadisten in den vergangenen Jahren dramatisch an Raum und Einfluss gewonnen haben, ist ein Symptom tiefgreifender Entwicklungen im Nahen Osten. Dazu gehören konfessionell geprägte Gewalt und Sektierertum, Legitimitätskrisen einiger Staaten und ein wachsender geopolitischer Wettbewerb, besonders zwischen Saudi-Arabien und dem Iran. Gegen Feinde aus dem Innern helfen von aussen eingreifende Militäreinsätze oft nicht, sondern verschlimmern die Situation eher noch.

 

Ein alternativer Ansatz wäre, dass Staaten mit Unterschieden pragmatisch umgehen, statt sie zu überwinden, und dabei auch den lokalen Akteuren Spielraum lassen. Das erfordert Mut, Geduld und kreative Diplomatie. Die zwei grössten diplomatischen Erfolge 2015 – das Atomabkommen mit dem Iran und der Weltklimavertrag – zeigen, dass eine internationale Strategie, die das Augenmerk auf gemeinsame Interessen richtet, funktionieren kann.

 

Die meisten Fälle der aktuellen Krisenherde erfordern Handeln auf mehreren Ebenen: zwischen den Grossmächten, regional und lokal. Schnelle Lösungen gibt es dabei nicht. Gerade weil es so schwierig ist, Konflikte zu beenden, müssten für mehr humanitäre Hilfe gesorgt werden aber auch darauf, die zivilen Kosten so gering wie möglich halten. Nicht zuletzt die Flüchtlingskrise hat gezeigt, wie wichtig das ist. Es gilt mit aller Kraft auf politische Vereinbarungen zu drängen und jede noch so kleine Kompromissmöglichkeit wahrzunehmen. Und dabei kann unser Land mit seinen guten Diensten eine wichtige Rolle spielen.

 

Akutelle Ausgabe 39/2016

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